Monatsarchiv für Juli 2010

Maria, Teil zwei.

Donnerstag, den 29. Juli 2010

Stille.
Shut up.
Schnauze.
Maria hat mich heim geschickt. Sie mag keine Menschen, hat sie gesagt. Sie ertrage sie nicht länger als ein paar Stunden. Hier sei die Grenze.
Geh.
Ich sitze auf der Landstraße, der Vorderreifen meines Fahrrads ist platt. Es wird dunkel, ich zittere. Noch fünfzehn Kilometer, klein Schloss, keine Füße, die mich drei Stunden durch die Nacht […]

Maria. Eine Begegnung im Dorf.

Mittwoch, den 28. Juli 2010

Maria nippt an ihrem warmen Bier.
Du kommst selten, sagte sie.
Ich warte, aber du rufst nicht an, du klopfst nicht an,
du stehst irgendwann vor meiner Tür. Und du weißt, dass ich dich nicht stehen lasse. Und dann bringst du warmes Bier mit.
Ich wiege den Kopf. Zwanzig Kilometer liegen zwischen unseren Städten. Ich bin mit dem […]

b.a. 2010

Samstag, den 24. Juli 2010

das leben rennt auf klaviertasten
durch deinen kopf die finger
hektisch auf einen plastiktisch
geschlagen: nun ist genug und
die gedanken beginnen zu tanzen
sich zu drehen zu wirbeln
bis du atemlos mit ausgestreckten armen
im seminarraum sitzt, kleinlaut:
entschuldigung ich
lebte wohl versehentlich.

ostsee.urlaub

Samstag, den 24. Juli 2010

stell dir vor
du säßest vor einem reihenhaus
mit meerblick jeden samstag
folgst du mit dem blick
dem kommen und gehen
nickst kaum merklich
den neuen zu // und liest
heimlich die alten hauskritiken:
hallo!
wir waren drei wochen hier
das wetter war mies aber
das kann man nicht ändern.
stell dir vor das
wäre dein leben.

autobahn, schäfchen

Sonntag, den 18. Juli 2010

ich frage mich wo
die autobahn hinter
dem windkraftrad
deutschland bedeutet mehr
oder weniger als die flagge
am haus gegenüber: sonntagmorgen
übt noch jemand auf der orgel:
schäfchen steht auf,
in einer stunde
beginnt der gottesdienst